Steinachs Turner begeistern mit „Best of“ aus fünf Jahrzehnten

Unter dem Motto „Best of – 50 Jahre Turnerball“ versprachen die mehr als 100 Aktiven des TV Steinach einen einzigartigen Rückblick auf die schönsten, lustigsten und hochkarätigsten Auftritte aus fünf Jahrzehnten Turnerballgeschichte. Und dieses Versprechen konnten sie am Samstagabend (09.02.2019) einlösen: mal in Original-Kostümen, detailgetreu oder auch ganz neu interpretiert präsentierten sie 15 Highlights von 1967 bis heute. Das Interesse der Besucher war so groß, dass leider nicht alle in der prall gefüllten Festhalle Platz fanden.

Zum Auftakt turnten und tanzten die TGM- und TGW-Erwachsenen-Mannschaften in Cheerleader-Manier über die Bühne. Mit tollen Akrobatikeinlagen, goldenen Puscheln und lauten Rufen stimmten sie das Publikum auf den Abend ein. Moderatorin Simone Lehmann führte als waschechtes Showgirl charmant durch das Programm und erzählte manch Wissenswertes zur Turnerballhistorie.

Die SGW-Mädels vollführten fetzige Turneinlagen auf das Lied „Hey Zwerge, hey Zwerge, hey Zwerge – ho“ und hauchten der ursprünglichen Männer-Nummer aus dem Jahr 2001 neues Leben ein. Im Anschluss konnten, nach mehrjähriger Turnerballabstinenz, die Volleyballer wieder auf der Bühne begrüßt werden. Mit drei lustig derben Comedy-Nummern sorgten sie für unzählige Lacher. Den Anfang machten Bonanza-Kalauer aus dem Jahr 1994. Es folgten „die Geschichte des Scherzes“ und eine nicht ganz ernst gemeinte Entschuldigung für ihre komödiantischen „Untaten“ der Vergangenheit. Beim „Best of“ durften natürlich die berühmt berüchtigten Fritzle-Witze von Ehrenvorsitzenden Konrad Dold nicht fehlen. Auch das von Maria DeFalco und Christian Scherer lustig in Szene gesetzten Lied der „Fleischereifachverkäuferin“ bereicherte die Veranstaltung und sorgte für Gelächter. Wo sonst als beim TV Steinach wird man fürs Zuhören mit nem „Scheibsche Gelbwurscht“ belohnt?!

Dicker Applaus honorierte die Rückkehr der Frauenriege IV ins Turnerballprogramm. Wie 1997 waren sie mit Regenschirm, Mantel und keckem Lack-Rock ausstaffiert und sorgten mit dem Tanz „It’s raining men“ für wippende Füße im Zuschauersaal.  „Saturday Night Fever“ versprühte die Formation DancEmotion mit einer hochkarätigen und mitreißenden Tanz-Choreografie. Dem in den 50 Jahren als Kostüm stets beliebten Petticoat hatten sich die RopeSkipper verschrieben. Ihre neuartige Kombination aus dynamischem Seilspringen und Rock‘n Roll überzeugte.

Ursprünglich als reine Männerriege gestartet, wagte die nun gemischte Freitagsriege ihren ganz individuellen Rückblick. Dafür pickten sie sich vier schmissige Tanznummern heraus und ließen nach und nach die Kostümhüllen fallen bis hin zum kleinsten Teufelchen-Tanga. Johlend verfolgten die Turnerballbesucher den lustigen Augenschmaus und klatschten was das Zeug hält. Die hervorragende Stimmung in der Halle genossen auch die Frauen der Dienstagsriege bei ihrem Heino-Auftritt und anschließender Schunkelrunde. Beachtlich: nach mehr als dreißig Jahren Pause konnten vier Frauen der dienstältesten TVS-Riege für die Heino-Nummer gewonnen werden.  Mehr „Best of“ geht kaum!

In einen Traum aus Tausendundeine Nacht entführte die gemischte TGW-Nachwuchs-Gruppe. Als Vorbild diente der Turnerball von 1980 „Orientalische Nächte“. Bei der atemberaubenden Kombination aus Barren- und Bodenturnen kannte das Publikum kein Halten mehr. Auch die Puppen der TGM-Jugend-Mannschaft wussten mit ihrer bezaubernden Turnshow und coolen Tanzeinlagen zu begeistern.

Etwas ganz Besonderes hatten sich die Männer und Frauen der TGW-Erwachsenen-Mannschaft einfallen lassen: unter Live-Gesang turnten und tanzten sie sich mit ihrem Tarzan-Auftritt in die Herzen der Zuschauer, sorgten mit der Musicaldarbietung für wahre Gänsehautmomente. Dass man selbst im Vampir-Umhang sportliche Höchstleistungen vollbringen kann, stellte die TGM-Erwachsenen-Gruppe bei der fesselnden Schlussnummer unter Beweis. Nur ein kleiner Dracula-Thron diente als Requisit, doch mehr brauchten die zwölf Blutsaugerinnen auch nicht um ein wahres Feuerwerk der Turnkunst abzubrennen.

Beim anschließenden Finale aller Gruppen nutzte TVS-Vorsitzende Ursula Hildbrand die Gunst der Stunde um den Akteuren und Übungsleitern für die mit viel Herzblut einstudierten Darbietungen zu danken und läutete im Anschluss die ausgelassene närrische „Best-Of“-Party ein.

Fotos: Gerhard Seeger