Turnerball 2017: „(R)Evolution – wir schreiben Geschichte“

Mit einem gewaltigen Urknall und Konfettiregen eröffneten die Aktiven des TV Steinach am Samstagabend den Turnerball in der prall gefüllten  Steinacher Festhalle, der dieses Jahr unter dem Motto „(R)Evolution – wir schreiben Geschichte“ stand.

Schon der Auftakt ließ erahnen, dass die Besucher ein ganz besonderes Showerlebnis erwartet. Die quirligen Affen der TGM-Erwachsenen-Mannschaft stürmten unter lautem Gebrüll aus allen Ecken der Halle, um den Gästen frech durch die Haare zu wuscheln, ehe sie auf der Bühne ein kurzweiliges Turnspektakel vollführten. Unter einer der Affenkapuzen versteckte sich auch Simone Lehmann, die mit viel Charme und Witz durch den Abend führte. Mit einem Augenzwinkern gab sie zu, dass man sich wohl bei den Vorbereitungen des Urknalls etwas im Energiebedarf vertan und so vermutlich den abendlichen Stromausfall in weiten Teilen Steinachs verursacht hatte.

Die nachfolgende SGW-Gruppe hätte Strom aber auch gar nicht benötigt. In Familie-Feuerstein-Manier entführten die Jungs und Mädchen turnend und tanzend zurück in die Steinzeit. Geschichte schrieben die TGW-Nachwuchs-Astronautinnen mit ihrer fulminanten Landung als erste Steinacherinnen auf dem Mond! Zu eingängigen Beats beeindruckten sie mit synchron gesprungenen Rückwärtssalti und freien Radwenden vom detailverliebt geschmückten Raumschiff-Kasten.

Die turnhistorische Entwicklung der Sprunggeräte nahm man bei der „Revolution des Springens“ gehörig auf die Schippe. Stets doppeldeutig wurden Bock, Pferd, Tisch und Kasten dargestellt. So gab es unter anderem einen „Zäpfle-Zwirbler“ über den (Bier-)Kasten zu sehen und die Zuschauer erhielten Einblicke, wie man sich beim Wechsel hin zum Sprungtisch von den alten Pferden entledigt hatte – lukrativ sei das mit der Pferdesalami und Lasagne schon gewesen…  Schallendes Gelächter gab es auch bei der Darstellung des gefährlichsten Sprunges überhaupt: Dem Seitensprung. Auch bei der Nummer „Evolution of Dance“ sprang der Funke auf das Publikum über. Elvis Presley selbst stimmte dabei auf den bunten Wechsel zwischen Musikstücken und passenden Kostümen ein. So tanzte die siebenköpfige Crew der Freitagsriege beispielsweise gekonnt zu Hits der Village People, von Eminem oder Michael Jackson. Die grazilen Tänzerinnen der Gruppe „DancEmotion“ hatten sich ebenfalls der Tanzgeschichte verschrieben. Heiße Hüftschwünge, gekonnte Drehungen und schnelle Schrittkombinationen wurden unter anderem zur Titelmusik von DirtyDancing und FlashDance kombiniert. Eine Kleingruppe der TGM-Erwachsenen-Mannschaft mischte als Indianer beim Programm mit. Erst wurden die Zuschauer beim komödiantischen „Indianer-Crashkurs“ für mögliche Revolten gegen den weißen Mann auf Stand gebracht, dann lieferten die vier Frauen mit ihrem Häuptling eine rasante Turn- und Tanzshow ab.

„Ich will ne Sau-, Sau-, Saurierfrau, denn die Zeiten sind hart und die Sitten sind rau“ – dieses Lied spielten Christian Scherer und seine Dinosaurierdame Maria DeFalco mit passender Mimik und Gestik brillant nach und sorgten für einen echten Ohrwurm. Um diesen zu vertreiben war Magie gefragt. In Gestalt des Zauberlehrlings Harry Potter erschienen die TGM-Jugend-Mädels. Sie zündeten ein regelrechtes Feuerwerk der Turnkunst ab. Bei der hochklassigen Turndarbietung gespickt mit allerlei Flickflacks, Überschlägen und Salti auf Kästen und Bodenläufern brodelte es ihm Saal. Zu einem Höhenflug luden die seilspringenden Supergirls ein. Neben den rasanten und ausgefallenen Sprungkombinationen war das Abseilen zweier RopeSkipperinnen von der Bühnendecke der absolute Blickfang. Die Evolution zur fitten Seniorin gab es bei der TGM-Erwachsenen-Mannschaft mitzuerleben. Mit grauem Haarschopf und Stock wurde zu Beginn noch zu volkstümlichen Klängen geschunkelt, doch als ihre drei rüstigen Männer erschienen, kam das Blut der Großmütterchen gewaltig in Wallung. Der mit vielen Partnerelementen und Bogengängen versehene Auftritt fand beim Publikum redlichen Anklang. Bei der gruppenübergreifenden Schlussnummer „Starlight Express“ sausten die Darsteller auf Rollschuhen und Inlineskates durch die Halle. Dies ging in eine atemberaubende Sprungchoreografie auf dem Trampolin und Kasten über.  Diana Schmidt und Ursula Hildbrand tauchten im Laufe des Abends dreimal als kecke Hexen auf. Mit Gedicht, Gesang und Tanz buhlten sie um die Gunst der Zuschauer, wurden jedoch stets unsanft von der Moderatorin unter Androhung der Hexenverbrennung und –verfolgung der Halle verwiesen. Nach Starlight Express  durften die beiden aber noch das große Finale mit allen Aktiven auf die Bühne hexen. Die TVS-Vorsitzende Ursula Hildbrand nutzte die Gunst der Stunde um den Akteuren und Übungsleitern für die mit viel Herzblut einstudierten Darbietungen zu danken und läutete im Anschluss die bunte närrische Party ein.